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Aus dem Usinger Anzeiger vom 22.5.2004

"Ausdrucksstarke Dialoge von Violine und Blockflöte"

Barocke Kammermusik in evangelischer Kirche Wehrheim

WEHRHEIM (ek). Violine und Blockflöte schmückten in klaren, häufig auch verspielten Linien die rhythmisch harmonische Basis des Basso Continuo. Barocke Kammermusik stand am Sonntag in der evangelischen Kirche in Wehrheim auf dem Programm des Konzertes, zu dem Jörg Kujaw vom veranstaltenden "Verein der Freunde und Förderer der Wehrheimer Kirchenkonzerte" rund 50 Zuhörer begrüßte.

Neben Werken großer Meister des Barocks wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann waren auch Stücke weniger bekannter Komponisten zu hören, die sich als sehr ansprechend erwiesen. Dazu trugen vor allem die vier Musiker bei. Sie stellten in den verschiedenen Stücken als Solisten oder in anspruchsvollen Solopassagen ihre Virtuosität unter Beweis, und musizierten bis auf kleine Unstimmigkeiten im Zusammenspiel zu Beginn des Konzertes sehr harmonisch miteinander. Aus Obernhain kommt die Flötistin Petra Fuchs, die auf Grund der akkustischen Verhältnisse in dem Gotteshaus bisweilen Probleme hatte, den Klang ihrer Alt- und Sopranblockflöte bis in die hinteren Reihen vordringen zu lassen. Die von Susanne Vogel gespielte Violine klang eher etwas hart im Vergleich zum warmen Ton des Cellos von Wolfram vom Stain. Am Cembalo schuf die Wehrheimer Kirchenmusikerin Regine Strasburger mit sicherer Hand und viel Feingefühl die Grundlage für das melodische Spiel der Oberstimmen.

Die Triosonaten von Jean Baptiste Loeillet und Telemann oder die "Sonata in Dialogo detta la Viena" von Salomone Rossi lebten quasi vom ausdrucksstarken Dialog zwischen Violine und Blockflöte. In der "Sonata Representativa" von Heinrich Ignaz Biber für Violine und Basso Continuo handelte es sich um eine musikalische Naturschilderung, in der die Violine nacheinander verschiedene Tiere lautmalerisch darstellte. Ein echter Hörgenuss waren drei Sätze aus einer Suite für Violoncello solo von Bach. Solide gestrichen, ohne jeden überflüssigen Schnörkel im Ausdruck, weil eben die Barockmusik eher auf mathematisch genaue Figuren baut, setzte vom Stain hiermit einen wunderschönen Akzent.

Abschließend ließen die vier Musiker bei den heiter anmutenden Variationen über La Folia freien Lauf. Von Johann Christian Schickhardt, einem Komponisten, von dem nur sehr wenig bekannt ist, stammte diese auf einen portugiesischen Tanz zurückgehende Komposition. Mit "Also hat Gott die Welt geliebt", einem Auszug aus einer Bach-Kantate, bedankten sich das Ensemble für den Applaus der Zuhörer.